Wie ich zehn Jahre Nein sagte – und dann doch Ja meinte
Ich habe es getan. Nach über zehn Jahren innerem Widerstand, nach Augenrollen und innerlichen Fluchtgedanken bei Vorführabenden: Ich habe mir einen Thermomix gekauft.
Das klingt nicht spektakulär – ist für mich aber fast eine kleine Identitätskrise. Denn ich liebe Kochen. Ich liebe es, Dinge abzuschmecken, zu improvisieren, den Moment zu genießen, wenn die Pfanne zischt oder etwas gerade nicht ganz nach Plan läuft – und genau dadurch gut wird.
Ich brauche keine Maschine, die mir sagt, was ich wann und wie in den Mixtopf zu kippen habe. Dachte ich.
Außerdem war da:
- Zu teuer.
- Zu technisch.
- Zu viel für meine ohnehin zu kleine Küche.
- Und ehrlich: Ich fand den Hype anstrengend.
Diese „Jetzt ist alles so einfach!“-Rhetorik hat mich eher genervt als begeistert.
Und dann … kamen Kinder. Als Mutter ist da keine Zeit mehr für Risotto mit Weinreduktion. Plötzlich wird Kochen zu einer Mischung aus: „Was geht schnell, ist gesund, lässt sich einfrieren und mögen im besten Fall alle?“
Gleichzeitig ist mein Anspruch gestiegen. Ich will wissen, was in unserem Essen steckt. Ich mache gerne selbst Pestos und Aufstriche, weil ich es satt habe, Etiketten zu lesen.

Ich bin weich geworden und habe mir den Thermomix gekauft. Natürlich direkt das neueste Modell – in elegantem Schwarz, schlichter als früher, kompakter. Und tatsächlich: leiser. Wobei, laut ist es trotzdem noch. Und ja – er braucht nach wie vor seinen Platz. Aber er spart mir Zeit. Und gibt mir Kontrolle zurück. Ich entscheide, was reinkommt. Ich kann weiter experimentieren. Nur eben schneller, effizienter, planbarer.
Vollständig konvertiert bin ich noch nicht. Aber ich habe Brot gebacken. Ein wirklich gutes. Ich habe Eis gemacht. Pesto. Dattelbutter. Ich habe Suppe aus Resten gekocht, während ich parallel Wäsche faltete.
Und es war gut.
Ich werde weiterhin gerne mit der Hand schneiden, in der Pfanne brutzeln und Teig mit den Fingern formen. Aber den Thermomix möchte ich trotzdem nicht mehr missen. Weil er mein Kochen nicht ersetzt – sondern verändert. Und manchmal ist Veränderung nicht ein Verlust, sondern ein neues Kapitel.
Was denkt ihr? Team Küchenmesser oder Team Mixtopf? Ich freu mich auf eure Gedanken – oder eure Lieblingsrezepte für Thermomix-Neulinge!





